Patientenverfügung

Mit der Patientenverfügung treffen Sie heute Entscheide für einen Moment, in dem Sie nicht (mehr) selber entscheiden können. Im Gegensatz zum Vorsorgeauftrag bezieht sich die Patientenverfügung ausschliesslich auf medizinische Massnahmen.

Bei medizinischen Massnahmen denkt man zuerst an ärztliche Behandlungen, also an Operationen. Medizinische Massnahmen sind aber auch therapeutische, diagnostische und pflegerische Massnahmen. Diese können die Genesung zum Ziel haben oder lediglich Symptome lindern und Komplikationen vorbeugen. In einem weiteren Sinn gehören auch Ort und Art der Pflege, die Wahl der behandelnden Ärzte, Ärztinnen und der Pflegenden zu den medizinischen Massnahmen. Auch Organ-, Gewebe- oder Zellspenden gehören dazu.

Im Internet gibt es eine Vielzahl von Vorlagen für eine Patientenverfügung.

Vorgaben für die Patientenverfügung sind:

  • Urteilsfähigkeit (somit können auch Minderjährige eine Patientenverfügung erstellen, wenn Sie urteilsfähig sind).
  • Datum und Unterschrift müssen von Hand aufgeführt sein. Die Verfügung selber kann mit einer Vorlage geschrieben sein.
  • Erneuern oder aktualisieren Sie ihre Patientenverfügung regelmässig, damit keine Zweifel an ihrem aktuellen Willen aufkommen. (wenn Sie keine Änderungen wollen, reicht die Ergänzung von aktuellem Datum mit Unterschrift am Ende der Verfügung.

Unfangreiche Liste von Bezugsorten für Vorlagen der Patientenverfügung:

Liste anschauen (pdf)

zusammen gestellt von: Rüegger H., 2014, Patientenverfügungen in der deutschsprachigen Schweiz, Bern: Curaviva.

Für Muskelkranke mit der Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) steht auf der Website des ALS-Clinic des Kantonsspitals St.Gallen ein speziell auf sie zugeschnittenes Formular zur Verfügung (pdf).

Zu Patienternverfügung und Vorsorgeauftrag gibt es von Pro Senctute ein Vorsorgedossier

Besprechen Sie ihre Patientenverfügung unbedingt mit den Menschen, die Ihnen nahe stehen. Denn Sie sollen wissen, was Sie sich im Ernstfall wünschen.

Ihr Vertrauensarzt ist ebenfalls ein wichtiger Gesprächspartner beim Erarbeiten der Patientenverfügung. Denn bei vielen Entscheiden sind die daraus entstehenden Folgen nicht einfach absehbar. Hier kann ihr Arzt informieren und beraten.

ACHTUNG vor widersprüchlichen Aussagen in ihrer Patientenverfügung. Wenn Sie nicht an Maschinen angeschlossen werden wollen, sind z.B. nach einem Unfall auch kaum Operationen möglich, da dies zwangsläufig zum Anschluss an Maschinen führen würde.

Weiter Informationen zur Patientenverfügung erhalten Sie von ihrem Arzt oder im Buch «Erwachsenenschutz» von Walter Noser und Daniel Rosch im Beobachter-Shop. Das neue Gesetzt umfassend erklärt – mit Praxisbeispielen.

© 2018 Schweizerische Muskelgesellschaft, All Rights Reserved.