Motorfahrzeuge

Menschen mit Behinderung sind in ihrer Mobilität oft eingeschränkt. Durch den behindertengerechten Fahrzeugumbau können sie dennoch selbst am Strassenverkehr teilnehmen. Das Auto wird dabei ganz auf ihre Bedürfnisse angepasst – vom Einstieg bis zur Lenkung. Das erhöht auch die Sicherheit.

In der Automobilindustrie hat sich viel getan. Die Modellvielfalt der Hersteller ist beinahe unüberschaubar geworden. Auch die Zahl der Fahrzeuge für Menschen mit Behinderung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So gibt es eine Reihe kompakter Familienwagen, die genügend Platz bieten, um einen Rollstuhl problemlos zu transportieren. Sie sehen nicht mehr aus wie ein Rollstuhltransporter, sondern eher wie ein moderner Minivan.

Die Invalidenversicherung hat ein Merkblatt dazu herausgegeben: Merkblatt IV

Der TCS hat zum Thema einen Ratgeber herausgegeben. Dieser ist unter folgendem Link zu finden: Ratgeber TCS

Fahrzeugumbau

Um mobil zu sein, muss man jedoch nicht unbedingt ein neues Auto kaufen. Der Fahrzeugumbau ist für behinderte Menschen eine echte Alternative. Hierdurch können individuelle Anpassungen vorgenommen werden, die die selbstständige Fortbewegung im Alltag erleichtern. Zudem sind Fahrzeugumrüstungen für behinderte Menschen oftmals günstiger als ein Neuwagen.

Den Möglichkeiten scheinen keine Grenzen gesetzt. Von Einstiegshilfen über die Anpassung von Sitzschienen bis hin zu Lenkhilfen steht heute ein breites Angebot zur Verfügung, um das Auto entsprechend den individuellen Bedürfnissen des Fahrers einzurichten.

Rollstuhlfahrern kann das Einsteigen beispielsweise über ein Rutschbrett erleichtert werden. Es verringert den Abstand zwischen Rollstuhl und Fahrersitz. Im ausgeklappten Zustand hat es etwa die Höhe der Rollstuhlsitzfläche und ragt aus dem Auto heraus. So gelangt der Rollstuhlfahrer direkt neben dem Fahrzeug und kann leicht umsitzen.

Einen Fahrzeugumbau behindertengerecht zu gestalten bedeutet auch, sicherheitsrelevante Fragen zu stellen. Wie viel Kraft hat der Fahrer? Kann er Lenkung und Bedienelemente uneingeschränkt nutzen? Sind Kupplung und Gaspedal problemlos erreichbar?

Wenn eine Einschränkung gegeben ist, sollte man mit dem Spezialisten für Umrüstungen offen darüber sprechen. Er kann beraten, welche Lösung geeignet ist, um die Bedienung des Autos zu erleichtern und damit die Sicherheit im Strassenverkehr zu erhöhen. So ist es beispielweise möglich, eine besonders leichtgängige Servolenkung zu installieren, um den Kraftaufwand beim Lenken zu reduzieren. Ein Drehknopf am Lenkrad ermöglicht die Steuerung mit nur einer Hand, ergonomische beziehungsweise orthopädische Sitze sind dem Körper angepasst und bieten eine Entlastung für den Rücken.

Die Firma Orthotec bietet eine breite Palette an Umbaumöglichkeiten und individueller Beratung an. Weitere Informationen finden Si unter Autoumbau Orthotec

Autolifte

Auf dem Automarkt existieren verschiedene Autoliftsysteme, welche je nach Modell des Autos und auf dieBedürfnisse der Fahrerin/des Fahrers zugeschnitten sind. Hier ein kurzer Überblick.

Kofferraum-Lift
Mit diesem Lift ist das Verstauen des Rollstuhls oder anderer schweren Geräten, wie zum Beispiel einem Swiss Trac, in den Kofferraum mühelos. Eine hohe Ladekante stellt kein Problem dar.

Schwenklift
Der Schwenklift ist halb automatisch und benötigt zusammengefaltet nur 30 Zentimeter Platz. Die Plattform ist für den Rollstuhlfahrer durch ein Seitenschutzgeländer sowie zwei Abrollsicherungsklappen gesichert. Der Schwenklift ist ideal für Institutionen und Fahrdienste.

Linearlift
Personen im (Elektro-) Rollstuhl – auch Selbstfahrer – können dank diesem Lift sicher und komfortabel in ihr Fahrzeug ein- und aussteigen.
Dieser Lift lässt sich für den Heck- oder Seiteneinstieg einbauen. Die im oberen Bereich durchsichtige Hubplattform sorgt für die nötige Sicht des Fahrers. Alle Bewegungsabläufe werden über Drucktasten gesteuert, auf Wunsch mit Fernbedienung. Der vollautomatische Lift ist geeignet für den Einbau in Kleinbusse. Der Platz im Innenraum wird durch dieses Gerät eingeschränkt.

Kassettenlift
Der bequeme Ein- und Ausstieg für Personen mit (Elektro-) Rollstühlen in Grossraumlimousinen lässt sich mit dem Kassettenlift sicher bewältigen.
Der sehr flach gebaute Lift wird seitlich unter die Schiebetüre eingebaut. Er garantiert grösstmögliche Bodenfreiheit, im Innenraum entsteht kein Platzverlust. Die Steuerung erfolgt über Drucktasten, für die Sicherheit sorgen eine Wegfahrsperre, Warnblinkleuchten und eine automatische Abrollsicherungsklappe. Der Kassettenlift eignet sich für den Einbau in die Fahrzeugmodelle Mercedes-Benz V, VW Transporter und ähnliche Modelle.

Fahrzeugkauf

Flottenrabatt bei der Anschaffung eines Personenwagens

Viele Fahrzeugimporteure gewähren bei der Neuanschaffung eines Fahrzeugs und auf Vorweisen eines Behinderungs-Nachweises Rabatte für Personen, die behinderungsbedingt die öffentlichen Verkehrsmittel nicht benützen können. Verschiedene Hilfsorganisationen wie Pro Infirmis, Stiftung Cerebral, Procap, Schweiz. Paraplegiker Vereinigung oder Multiple Sklerose Gesellschaft haben mit den Herstellern Flottenrabatte vereinbart. Sie sollten vor dem Kauf eines Fahrzeugs kontaktiert werden.

Fahrstunden

Wenn eine versicherte Person einen von der IV-anerkannten Anspruch auf ein Fahrzeug hat, besteht die Möglichkeit, dass von der IV eine gewisse Anzahl Fahrstunden übernommen werden.

Findet die Fahrschule mit einem bereits individuell umgebauten Auto statt, gewähren manche Fahrlehrer einen Rabatt.

Strassenverkehrssteuer

Die Mobilität wird zwar, vor dem Hintergrund der aktuellen Umweltsituation, heute nicht mehr ungefragt als positiver Wert aufgefasst, schon gar nicht diejenige, die sich im Strassenverkehr ausdrückt. Niemand aber, welcher politischer Richtung er/sie sich auch zuschlagen mag, hat bis heute bestritten, dass es zumindest eine erwünschte Art von Mobilität und Strassenverkehr gibt; die Autofahrten nämlich, die es stark körperbehinderten Personen überhaupt erst erlauben, sich grossräumig  fort  zu bewegen  und  bestimmten  Aktivitäten  nachzugehen.

Folgerichtig herrscht denn auch weit herum Konsens, dass in solchen Fällen ganz  oder  teilweise  Motorfahrzeugsteuererlass zu gewähren sei, zumindest den  Menschen mit Behinderung,  die  wirtschaftlich  nicht  sehr  gut  situiert  sind.  Nachstehend vermitteln wir eine Übersicht darüber, wie dieser Grundsatz von den einzelnen Kantonen in die Praxis umgesetzt wird.

Die folgenden Aussagen gelten in allen Fällen und werden unter den einzelnen  Kantonen nicht mehr speziell wiederholt.
– Jeder Kanton kennt eine Form von Motorfahrzeugsteuererlass für Behinderte.
– Zur Erlangung der Steuerbefreiung muss ein schriftliches Gesuch gestellt werden, meistens an das kantonale Strassenverkehrsamt, wo auch weitere Auskünfte erhältlich sind
– Dem Gesuch müssen Dokumente, Arztzeugnis, IV-Bescheinigung, Steuerausweis (wenn nach den finanziellen Verhältnissen gefragt wird) beigelegt werden, welche als Belege für die Berechtigung dienen.
– Die Steuerbefreiung wird nur gewährt, wenn  der/die Gesuchsteller/-in aufgrund der Behinderung auf das Fahrzeug angewiesen  ist.
– In den meisten Fällen ist die Gewährung des Erlasses an eine Einkommensgrenze gebunden (eine originelle Abwandlung dieses Grundsatzes ist die Verknüpfung des Steuererlasses mit der Grösse und Leistungsstärke des Fahrzeugs.

Weitere Auskünfte geben die kantonalen Strassenverkehrsämter.

Zollrückvergütung

Motorfahrzeuge für Menschen mit einer Behinderung sind zollfrei. Die Schweizer Paraplegiker Vereinigung hat dazu ein Merkblatt mit allen wichtigen Informationen verfasst. Merkblatt

© 2018 Schweizerische Muskelgesellschaft, All Rights Reserved.